♥ Eine kleine Gutenachtgeschichte ♥

Jonny die Kirchenmaus, Seite 3

Aber wie gesagt, Jonny ist nicht nur ein Schlaumeier, sondern er ist auch noch ein Glückspilz. Denn genau dort, wo sie ihre Rast hielten, stand ein großer Traktor und zwei Menschen, die auch gerade Pause machten und sich miteinander unterhielten. So hörte Jonny, wie der eine Mensch von einer Kirche sprach, die sich ganz in der Nähe befinden sollte. Der andere Mensch sagte: "Jaja, eine Kirchenmaus müsste man sein, da hätte man dort ein schönes Leben und es würde einem an nichts fehlen ..." Der andere Mann lachte und sagte: "Ich dachte Kirchenmäuse sind so arm?" "Nein, dort sind sie nicht arm, es gibt dort jede Menge Käse und andere Sachen", sagte der andere Mensch. 

 

Man muss nämlich wissen, das der Kirche ein Kloster angehört und die Mönche sehr fleißig mit der Erzeugung von Lebensmittel waren, die sie dann verkauften. 

Also nahm Jonny seinen Bruder bei der Hand und sagte: "Komm, dort gehen wir hin."

Sie mussten auch nicht lange suchen, den der Kirchenturm war schon von Weitem zu sehen. Als sie näher kamen, bemerkten sie, dass es eine sehr alte prunkvolle Kirche war. Zur Sicherheit warteten sie noch bis es Abend wurde, um nicht gesehen zu werden und machten sich dann auf, um einen Eingang zu finden und wurden bei den Kellerfenstern des Klosters, das ja anliegend war, fündig. 

 

Flink huschten sie in das Innere des Gebäudes und versteckten sich in einem Kellergewölbe. "Ich hab Hunger", sagte Jo. "Ja, ich auch", erwiderte Jonny. "Aber zuerst müssen wir erst einmal die Umgebung erkunden", erklärte er seinem Bruder. "Es dürfte hier keine Katzen geben", freute sich Jonny, der angespannt in die Nacht lauschte. Dabei stieg ihm ein zarter Duft von Käse in seine Nase und er machte voller Freude einen Sprung in die Luft.

"Was ist?" fragt Jo verwundert. "Das wirst du gleich sehen", lächelte Jonny, nahm seinen Bruder bei der Hand und eilte seiner Nase nach.

 

Da auch das Kloster schon ein altes Bauwerke war, fanden die Beiden bald eine Öffnung in der schweren Holztüre, wo sie bequem durchpassten. Ja, nun waren sie im Schlaraffenland, im Vorratsraum des Klosters. Hier gab es alles was so ein Rattenherz begehrt, von Käse, Obst bis hin zu Gemüse und Mais. Man braucht sicher nicht zu erwähnen, dass die Beiden es sich so richtig gut schmecken ließen und ihre Bäuche füllten, bis sie nicht mehr konnten.

Gegen Morgen gingen sie wieder auf Entdeckungsreise, denn in der Speisekammer konnten sie ja leider nicht bleiben und landeten nun in der Kirche, wo sie in einem Seitenflügel in einer Zwischenmauer ihr ideales Zuhause fanden.

 

Leider wurde der nächtliche Raubzug am nächsten Morgen von den Mönchen entdeckt, sie handelten rasch und stellten Mäusefallen entlang der Kellerräume auf, die sie jeden Tag mit frischen Käse bestückten.

 

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