♥ Eine kleine Gutenachtgeschichte ♥

Charly das Fledermauskind-oder das gefundene Glück

Nun lag er am Waldboden und hörte noch seine fünf Geschwister, wie sie über ihn lachten und dann wusste er nichts mehr. Als er wieder zu sich kam, beugte sich eine Maus über ihn und tätschelte ihm das Gesicht.

Ihr Name war Mimi. Mimi fragte besorgt: "Ist wieder alles in Ordnung?"

Charly kannte sich anfangs nicht aus und fragte: "Was ist denn passiert?"  Du bist vom Baum gefallen", sagte Mimi.

Langsam erinnerte sich Charly wieder an die schief gelaufene erste Flugstunde und an dass Lachen seiner fünf Geschwister und er schämte sich, er wollte am liebsten im Boden verschwinden. Als er nichts darauf antwortete fragte Mimi wieder, ob alles in Ordnung wäre, worauf Charly zu schluchzen anfing.

Von oben hörte er die Rufe seiner Mutter, er wollte sich aber nicht melden. Er wollte eigentlich gar keine Federmaus mehr sein, so sehr schämte er sich.

Nun sah er Mimi etwas genauer an: "Du hast ja auch keine Flughäute und du bist doch auch eine Maus", stellte er fest. "Ja", antwortete Mimi. "Wir Feldmäuse haben leider keine Flügel, oder ähnliches, aber dass wäre oft viel besser, welche zu haben", sagte sie. "Erst unlängst wurde meine Nichte von einer Katze gejagt und hätte sie Flügel gehabt, so wäre sie der Katze sicher entkommen." So erzählte sie Charly von ihrem Leben, bemerkte aber dabei nicht, das sich hinter ihr ein Fuchs anschlich und sich bereit machte zu springen.

Charly aber sah ihn und erstarrte, er wusste er müsse der Maus irgendwie helfen, so machte er das einzig richtige. Er flatterte mit (diesmal) ausgebreiteten Flughäuten in die Höhe und packte dabei Mimi, die Gottseidank sehr klein und leicht war, am Rücken und zog sie mit sich hoch in die Lüfte. Dem Fuchs blieb nicht´s anderes übrig, als unverrichteter Dinge wieder von Dannen zu ziehen.

 

Als sie wieder sicher gelandet waren, konnte Mimi eine Weile gar nichts sagen, so erschrocken hatte sie sich, aber als sie wieder sprechen konnte, sagte sie mit zittriger Stimme": Charly du bist mein Held, ich danke dir, du hast mein Leben gerettet."

Nun kamen auch die Geschwister von Charly, die ihn vorerst ausgelacht hatten, diesmal aber waren sie stolz auf ihn. "Toll gemacht kleiner Bruder!" riefen sie.

Die Mutter, die diese Heldentat ihres Jüngsten ebenfalls beobachtet hatte, war ebenfalls sehr stolz auf ihren Charly. 

"Siehst du", sagte sie "Wenn du eine Weile übst, dann wirst du noch ein Meisterflieger, man darf nicht so schnell aufgeben Charly." Das wusste Charly jetzt auch, von nun an übte er fleißig und war bald wirklich ein guter Flieger.

Mimi und Charly aber wurden die allerbesten Freunde, sie waren beinahezu unzertrennlich geworden und hätte er seine erste Bruchlandung nicht gehabt, wären sie sich wohl nie begegnet.

 

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